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Die Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Schüler

von S.E. L.S. Dagyab Kybgön Rinpoche

Loden Sherab Dagyab Kyabgön Rinpoche

Als der Buddhismus nach Tibet kam, dauerte es länger als 500 Jahre, bis sich aus den ersten Anfängen ein authentischer, unabhängiger tibetischer Buddhismus gebildet hatte. Betrachten wir nun die Situation hier im Westen, wo in den vergangenen Jahrzehnten Versuche gemacht wurden, ihn zu etablieren, so sollten wir uns immer dessen bewusst sein, dass wir noch ganz am Anfang stehen. Das erste Jahrhundert in der Geschichte des westlichen Buddhismus ist noch nicht einmal vollendet. Natürlich geht im Westen alles viel schneller, vielleicht genügen hier 400 Jahre …

Solche Überlegungen sind, glaube ich, recht nützlich, damit wir lernen, mit Geduld, Ausdauer und Gründlichkeit an die Sache heranzugehen. Was hier entstehen soll, wird die Bemühungen vieler Generationen erfordern, um zur Reife zu gelangen. Zunächst bleibt uns im Westen nichts übrig als Anleihen in Asien zu machen. Wir importieren Lehrer, Texte, Rituale und versuchen, das Vorgefundene irgendwie für uns zu nutzen, zu übersetzen und die Essenz herauszufiltern. Dieser Prozess ist wichtig und notwendig, er darf nur nicht zu hastig durchgeführt werden. Die Menschen im Westen sind daran gewöhnt, alles sofort fix und fertig vorgesetzt zu bekommen, sie werden leicht nervös, wenn sie sich um etwas Bemühen sollen. Aber einen „Instant Dharma“, der nur noch konsumiert werden muss, gib es leider bis jetzt noch nicht.

Einer der kritischsten Punkte bei der Integration des Dharma im Westen ist wahrscheinlich die so genannte Lehrer-Schüler-Beziehung. Ich glaube bei keinem anderen Thema kommt der Mentalitätsunterschied zwischen Europäern und Asiaten so deutlich zum Ausdruck wie hier. Ich werde zum Beispiel immer wieder von Teilnehmern an meinen Belehrungen gefragt, ob ich sie als Schüler annehmen und ihr Lehrer werden wolle. Wenn man eine solche Frage ins Tibetische übersetzen und einem traditionellen Lama in Asien vorlegen würde, würde er vermutlich einen Schock bekommen. Er würde einfach nicht verstehen, warum über die Gemeinsamkeit des Gebens und Nehmens von Belehrungen hinaus noch eine „Beziehung“ definiert werden muss. Es gibt da, glaube ich, noch einiges an Verständigungsarbeit zu leisten.

Begriffe wie Lama, spiritueller Lehrer oder gar Guru lösen hier ganz unterschiedliche, oft sogar ziemlich heftige Reaktionen aus – von der Faszination bis zur völligen Ablehnung. Infolge des Misstrauens indischen Sekten gegenüber reagieren manche schon allein auf das Wort Guru so allergisch, dass man es am besten gleich gar nicht mehr verwendet.

Vom Standpunkt eines Asiaten aus gesehen, sind diese Haltungen ziemlich extrem. Aber beide Extreme sind verständlich, wenn wir ihren Hintergrund betrachten. Die Ablehnung beruht auf der Annahme, dass die Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Schüler eine Art geistiger Sklaverei ist und dass die Lehrer fast zwangsläufig die Gutgläubigkeit und unkritische Verehrung ihrer Schüler für unseriöse Zwecke ausnutzen. In der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart können wir sehen, dass solche Befürchtungen nicht grundlos sind. Sowohl auf der religiösen wie auch auf anderen Ebenen hat es viel Missbrauch von Hingabe gegeben. Deshalb herrschen nun Bedenken jeder Art von Autorität gegenüber. Zudem ist ohnehin die Idee des Lehrers als Verehrungsobjekt den Europäern des 20. Jahrhunderts ziemlich fremd. Und nun hören sie plötzlich, dass man den Lehrer im tantrischen Buddhismus als Buddha ansehen soll. Aha! Die wenigen, die das nicht sofort als Zumutung empfinden, haben zumindest keine Ahnung, wie sie es hinkriegen sollen. Wenn sie es überhaupt hinkriegen wollen – angesichts der Tatsache, dass die Lehrer doch offensichtlich auch ganz normale Menschen sind!

Auf der anderen Seite liegt natürlich eine gewisse Faszination in der Vorstellung, eine solche „Beziehung“ einzugehen. Der Wunsch nach Aufhebung der eigenen Begrenzung, nach Überwindung der Isolation durch Verschmelzung mit oder Hingabe an ein anderes Lebewesen ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit.

Wir können uns nun sicher nicht die Aufgabe stellen, in unserer Gesellschaft den Begriff des Lehrers allgemeinverbindlich neu definieren zu wollen. Für uns ist es jedoch wichtig, wie wir als Buddhisten damit umgehen. Schon nach einer relativ kurzen Zeit ernsthafter Beschäftigung mit dem Buddhismus sollte dem Praktizierenden klar geworden sein, dass eine vernünftige Zusammenarbeit mit einem Lehrer keinem der beschriebenen Extreme gleicht – obwohl sie zweifellos etwas mir Faszination und Hingabe zu tun hat und obwohl sie zweifellos etwas mit Autorität zu tun hat. Also wie sieht nun eine solche Verbindung tatsächlich aus, oder wie sollte sie aussehen? Worum geht es?

Wir könnten vereinfacht sagen, ein Kontakt (und ich sage absichtlich: Kontakt) wird hergestellt zwischen Menschen auf unterschiedlichen Stufen der geistigen Entwicklung mit dem Zweck, dass der eine, der mehr über Dharma weiß, mehr erfahren und verwirklicht hat, dem anderen weiterhilft. Nicht mehr und nicht weniger.

Der Lehrer sollte natürlich von seinem Wissen und von seiner Persönlichkeit her möglichst qualifiziert sein, dazu liefern die Texte genügend Beurteilungskriterien.

Allerdings kommt es mir so vor, als ob es im Westen notwendig sei, den äußeren Eigenschaften der Lehrer noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken als in den asiatischen Ländern. Immerhin leben wir hier nicht in einer vom Buddhismus geprägten Kultur. Viele Menschen sind Religionen gegenüber – und zunächst wird ja der Buddhismus unter der Rubrik Religionen eingeordnet – besonders kritisch geworden, und vor allem gegenüber den scheinbar exotischen Lehren, die aus dem Osten kommen. Deshalb sind hier die Lehrer in einem viel höheren Maße exponiert und der Beobachtung ausgesetzt als in Asien. Was sie tun und wie sie sich verhalten, wird sofort mit dem Buddhismus allgemein in Zusammenhang gebracht. Es ist daher von großer Bedeutung, dass zum Beispiel die Regeln der ethischen Disziplin in ihrem Verhalten klar zu erkennen sind. Sich als tantrischer Yogi zu präsentieren, für den die üblichen moralischen Maßstäbe keine Gültigkeit mehr haben, ist in einer fremden Kultur problematisch. Das ging sogar in Tibet nur in der so genannten ‚goldenen Zeit‘, wo wirkliche Mahasiddhas lebten und lehrten, umgeben von Schülern mit unerschütterlichem Vertrauen, eingebettet in ein weitgehend wohlwollendes kulturelles Umfeld. Ich frage mich, ob im Europa der achtziger Jahre auch nur eines dieser Kriterien erfüllt ist. Wenn nicht, dann sollte man das verführerische Etikett der ‚verrückten Weisheit' vielleicht für ein paar Jahrhunderte in der Schublade verschwinden lassen, bevor damit größerer Schaden angerichtet werden kann.

Was nun die Eigenschaften der Schüler angeht, so sollten sie Eignung, Vertrauen und Offenheit besitzen. Und die Bereitschaft, ihren Geist, ihre Existenz, ihre ganze Realität wirklich mit dem Dharma in Verbindung zu bringen. Natürlich können dem Schüler nicht so viele Voraussetzungen abverlangt werden, wie dem Lehrer, schließlich soll er ja seine Qualitäten erst entwickeln. Was er selber mitbringen muss und wovon seine Fortschritte abhängen, sind guter Wille und Ausdauer.

Die Zusammenarbeit selbst, die ja im Buddhismus eine sehr wesentliche Rolle spielt, wird im Hinayana und Mahayana einschließlich Tantra ganz unterschiedlich betrachtet. Der Schüler soll oder kann im Lehrer, je nach Tradition, Ansatz oder dem Stand seiner individuellen Entwicklung, entweder einen gewöhnlichen Menschen sehen, der allerdings über eine hohe Qualifikation verfügt, oder einen Bodhisattva oder Buddha-ähnliches Wesen oder dann im Tantra einen wirklichen Buddha. Bei meinen folgenden Erklärungen werde ich mich vor allem auf die Zusammenarbeit im Tantra beziehen, weil sie doch im indo-tibetischen Buddhismus sehr häufig vorkommt und zugleich die „zugespitzteste“ Beziehung dieser Art ist. Ich plädiere zwar immer wieder für ein allmähliches Heranführen der westlichen Schüler an die tantrische Praxis, aber Tatsache ist nun einmal, dass es hier im Westen einen tibetischen Buddhismus ohne Tantra fast nicht gibt.

Die eigentliche Belehrung und Betreuung vollzieht sich auf verschiedenen Ebenen und unterschiedliche Arten: oft durch Unterweisung, aber auch durch persönliche Gespräche, vorbildhaftes Handeln oder andere subtilere Methoden. Ob und wann ein Resultat eintritt, hängt von den Bemühungen des Schülers ab. Wenn die „tollen Gurus“ die Arbeit allein machen könnten, dürfte es ja mittlerweile schon keine leidenden Lebewesen mehr geben.

Soweit hört sich wahrscheinlich alles ganz plausibel an. Mit gutem Willen von beiden Seiten wird’s schon werden! Für die Westler scheint jedoch oft alles ein wenig schwieriger zu sein. Der bloße Kontakt, die Begegnung, die Zusammenarbeit auf ein gemeinsames Ziel hin reicht ihnen nicht aus. Sie erwarten mehr, sie wollen eine konkrete „Beziehung“. Jedoch, nach allem, was ich gehört habe, ist das Wort Beziehung allein für viele Deutsche schon beinahe zum Synonym für eine äußerst komplizierte, mühsame Angelegenheit geworden. Konventionelle Beziehungen sind oft gekennzeichnet von so vielen Erwartungen, Projektionen, Hoffnungen und Enttäuschungen, dass einem das Herz wehtut, wenn man zusieht, wie sich die Menschen herumquälen – und trotzdem eisern an ihren Konzepten festhalten. Die Partner können wechseln, die Konzepte bleiben unverändert. Da in den westlichen Ländern die Familie eine vergleichsweise geringere Rolle spielt als in Asien, sind die freiwillig eingegangenen Freundschafts- und Liebesbeziehungen an ihrer Stelle ein wesentliches Element der persönlichen Stabilisierung geworden. Wegen der unvermeidlichen Diskrepanz zwischen den Erwartungen an den Partner und dem, was man jeweils selbst zu geben hat, sind diese Beziehungen selten befriedigend.

Vor diesem Hintergrund, der irgendwie gefärbt ist von den Leiden und Ängsten des isolierten Ego und den Hollywood-Phantasien dauerhafter emotionaler Wunscherfüllung, wird nun eine „Lehrer-Schüler-Beziehung“ konstituiert. Es ist leicht nachvollziehbar, was da alles an Erwartungen und Ängsten mitschwingt.

Die konventionelle Betrachtungsweise verursacht zunächst Probleme, die sich mit wenigen Worten umreißen lassen: scheinbar existiert entweder ein Zuviel oder ein Zuwenig an Nähe zum Lehrer, es entstehen also entweder Gefühle von Angst und Abwehr oder von Anhaftung. Manchmal sogar beides zugleich, was dann als besonders schmerzlich erlebt wird.

Das Problem der Angst wird der Schüler versuchen zu kompensieren, indem er sich beispielsweise auf seine intellektuellen Fähigkeiten zurückzieht. Er wird besonders kritisch sein, wird auf seine Kompetenz und sein vorher erworbenes Wissen pochen und eventuell gelegentlich durchblicken lassen, dass er auch nicht ganz ohne Verwirklichungen dasteht. Mit dem Lama als Lieferanten zusätzlicher Information wird er versuchen, eine Art kollegialer Beziehung herzustellen. Eine solche Haltung hat Vor- und Nachteile. Die Konzentration auf die eigenen Fähigkeiten ermutigt den Schüler und gibt ihm Selbstvertrauen. Sie kann sich aber auch so verfestigen, dass eine regelrechte Blockade entsteht. In diesem Fall wird es sehr schwierig, ihm einen Input zu geben, weil er schon alles weiß. Selbst wenn er Fragen stellt, kann man beobachten, dass er die Antworten kaum zur Kenntnis nimmt oder sie sofort entsprechend seinen Konzepten uminterpretiert. Wenn ich versuche, ihm 10 % von irgendetwas zu erklären, macht er sofort seine eigenen 100 % daraus. Er hat eine Abneigung gegen Grundlagenbelehrungen und die allgemeinen Arten der Praxis. Und, was besonders fatal ist, er versucht, so schnell wie möglich die Etappen des Weges abzuhaken und selber Lehrer zu werden. In Asien würde ein strengerer Lama einen solchen Schüler vielleicht so lange die Zufluchtnahme praktizieren lassen, bis er gelernt hat, dass es keine abgehakten Themen gibt und dass wir lebenslänglich immer wieder von vorn anfangen.

Eine andere Form der Abwehr ist zum Beispiel die „falsche Verehrung“, also praktisch die Imitation einer Lehrer-Schüler-Beziehung. Sie äußert sich darin, dass der Schüler den Lehrer auf ein hohes Podest stellt, auf ein sehr hohes Podest – möglichst weit weg. Es wird viel Aufhebens gemacht von den „übernatürlichen Fähigkeiten“ des Lehrers, und er wird mit besonders auffälligem Respekt behandelt. Was er sagt, wird widerspruchslos hingenommen, ohne Frage, ohne Diskussion und vielleicht sogar ohne innere Beteiligung. Oder wenn Fragen gestellt werden, dann mit einer ganz bestimmten Erwartung, wie die Antwort auszufallen hat. Kommt die „falsche“ Antwort, wird weitergebohrt. Oder es werden – stets mit der gleichen betont respektvollen Haltung – immer wieder andere Lehrer gefragt, bis man über einen Strauß von Antworten verfügt, die es einem ermöglichen zu tun, was man will, und dabei das angenehme Gefühl zu haben, sich auf Lama-X und Y-Rinpoche berufen zu können. Das kann manchmal sogar so weit gehen, dass Leute Parteien bilden und regelrechte Rivalitäten austragen, wobei sie verschiedene Lamas als Gallionsfiguren benutzen. Dass es sich dabei um reine Ego-Strategien innerhalb der Dharma-Landschaft handelt, braucht wohl nicht eigens erwähnt zu werden. Die Abwehr im Gewand der äußeren Nachahmung geht übrigens oft einher mit einer starken Betonung der traditionellen, kulturell gefärbten Aspekte. Der Betreffende sieht sich gern selbst in der Rolle eines Schülers agieren, statt einfach einer zu sein. Der Vorteil dieser Haltung könnte sein, dass zumindest irgendeine Art von Kontakt mit dem Buddhismus stattfindet, und dass dieser Kontakt auf lange Sicht hoffentlich einen heilsamen Einfluss ausübt. Der Nachteil liegt darin, dass die Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler, also das wichtigste Element der ganzen Zusammenarbeit, praktisch nicht stattfinden kann.

Das Problem der Anhaftung ist nicht weniger knifflig. Zu Beginn der Zusammenarbeit kann es leicht vorkommen, dass der Lehrer zunächst die Rolle des Super-Partners zugewiesen bekommt und nach den Konzepten beispielsweise der Vater-Kind-Beziehung oder einer Liebesbeziehung stilisiert wird. Daraus resultieren alle möglichen Erwartungen, Wünsche und auch Verlustängste. Das Greifen nach Sicherheiten und Garantien ist die Folge. Natürlich werden diese Tendenzen nicht artikuliert, sondern – bewusst oder unbewusst – ausschließlich auf die spirituelle Ebene verlagert. Auch diese Haltung hat Vor- und Nachteile. Sie ist mit einer enormen Freisetzung von Energie in Form von Anstrengungen und Opferbereitschaft verbunden, die allmählich in konstruktive Bahnen gelenkt werden kann und so dem Schüler selbst zugute kommt. Andererseits erweisen sich die manchmal extremen Gefühlsschwankungen als ein Hindernis für die Praxis. Der Schüler neigt dazu, alle Äußerungen des Lehrers selektiv wahrzunehmen und sie zu seinen Wünschen nach Stabilisierung der Verbindung in Beziehung zu setzen. Dadurch wird er vorübergehend fast taub für die eigentlichen Inhalte. Er wird versuchen, durch Leistung und Wohlverhalten Bestätigung zu erlangen, und damit für die Dauer dieser Phase die Praxis nicht so sehr nach innen richten.

Mit diesen Bemerkungen möchte ich übrigens keineswegs sagen, dass alle westlichen Dharma-Praktizierenden hoffnungslose Neurotiker sind! Ich habe nur versucht, einige der Probleme möglichst drastisch zu schildern, damit sie leicht zu erkennen sind. Dass solche Probleme am Anfang der Zusammenarbeit auftreten ist völlig normal und kein Grund zur Resignation. Natürlich wird jeder „ins Dharma“ das Verhalten mitbringen, das seiner kulturellen Prägung und seinen lebenslangen Gewohnheiten entspricht. Von diesem Punkt kann man dann ausgehen und gemeinsam eine andere Sicht entwickeln. Wie ich schon angedeutet habe, enthält jede dieser Haltungen ein Potential, das positiv genutzt werden kann. Um es jedoch zu nutzen, ohne allzu viel Zeit und Energie zu verschwenden, sollten wir so schnell wie möglich zu einer klaren Einschätzung unserer eigenen Tendenzen und Probleme gelangen, damit wir uns nicht unnötig lange damit aufhalten, Anhaftung mit spiritueller Hingabe oder Abwehr mit Überlegenheit zu verwechseln.

Vielleicht ist es ja auch ein allgemein menschliches Problem, dass zumindest am Anfang der Zusammenarbeit die Person des Lehrers in gewisser Weise überbewertet – und dafür in anderer Weise wieder unterbewertet wird. Was macht man nun am besten in einer solchen Situation? Der Lehrer ist verpflichtet, das falsche Bild behutsam, aber unerbittlich zu demontieren. Der Schüler muss sich klarmachen: Die Beziehung existiert nicht in dieser Weise.

Von der Seite des Lehrers her existiert eine konkrete Situation mit festen Spielregeln nicht. Es gibt nicht die geringste Realität davon. Alle diesbezüglichen Projektionen sind Phantasie und Illusion, sie laufen einfach ins Leere. Sie laufen dermaßen ins Leere, dass sie von der Seite des Lehrers nicht einmal widerlegt zu werden brauchen. Und das nicht etwa, weil der Lehrer so gemein ist und die Beziehung verweigert, sondern weil eine Realität in dieser Form nicht vorhanden ist. Ich weiß nicht, wie ich es noch deutlicher ausdrücken soll!

Was der Lehrer tatsächlich für den Schüler tun kann, spielt sich auf einer anderen Ebene ab und entzieht sich zwangsläufig zum großen Teil der Beurteilungsmöglichkeit durch den Schüler. Das muss wohl so sein, sonst würde der Schüler sofort versuchen, die Aktivitäten des Lehrers als Projektionsfläche weiterzubenutzen.

Wie funktioniert die Korrespondenz zwischen Lehrer und Schüler tatsächlich?

Um das zu verstehen, müssen wir uns etwas genauer ansehen, wie wir selbst in unserer Realität agieren. Ich benutze dafür die Begriffe VORDERGRUND, HINTERGRUND und SPEZIELLER HINTERGRUND und werde versuchen, diese Vorgänge etwas vereinfacht, aber möglichst klar darzustellen: Als Vordergrund bezeichne ich unsere gemeinsamen „Außenseiten“, also alles, was wir mit anderen Lebewesen teilen. Dazu gehören zum Beispiel unsere physische Realität und der Bereich der konventionellen Kommunikation. Der Vordergrund enthält das, was wir benötigen, um soziale Verbindungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Der Hintergrund enthält das, was das Wesen einer menschlichen Existenz ausmacht und nicht oder nur sehr bedingt mit anderen geteilt werden kann: Eigenschaften, Fähigkeiten, die spezifische, individuelle Art zu denken, zu empfinden und wahrzunehmen, sozusagen die innere Atmosphäre. Alle Menschen haben diesen Vordergrund und diesen Hintergrund. Er ist jeweils an eine Existenz gebunden.

Darüber hinaus gibt es noch den SPEZIELLEN HINTERGRUND: Durch Studium und Meditation kann von Menschen, die sich einer spirituellen Ausbildung unterziehen, ein Vorrat von besonderen Fähigkeiten angesammelt werden, der nicht mehr verloren gehen kann. Diese Fähigkeiten bleiben von einer Existenz zur anderen latent vorhanden. Sie äußern sich in einer spontanen Klarheit, im Wissen, in der Gewissheit über bestimmte Dinge, in einer Art Wiedererkennen, in besonderen Tendenzen oder Persönlichkeitsmerkmalen. Das Wiederfinden des Speziellen Hintergrundes ist eines der Ziele der Tantrapraxis oder anderer fortgeschrittener Formen der Praxis, wenn sie ununterbrochen über mehrere Leben hinweg ausgeübt werden. Das sollte vielleicht zunächst genügen, denn eigentlich führt jeder Versuch, den Speziellen Hintergrund zu erfassen oder zu beschreiben, unweigerlich zum Vordergrund zurück.

Bei der Praxis des Tantra spielt also der Vordergrund nicht mehr die entscheidende Rolle, es wird stattdessen auf die innere Entwicklung abgezielt. Den tantrischen Lehrer als Buddha zu sehen, heißt, den eigenen tiefsten Hintergrund mit dem des Lamas in Verbindung zu bringen. Von Bewusstsein zu Bewusstsein, von Hintergrund zu Hintergrund soll eine Verbindung hergestellt werden. Das Wort „Verbindung“ ist dabei eigentlich etwas schwach, letztendlich wird nur noch EIN gemeinsamer Hintergrund von Lehrer und Schüler existieren. Im Tibetischen gibt es dafür den Ausdruck „thugs yid geig tu 'dres“: den Geist (des Lamas) und den (eigenen) Geist zu einer Einheit vermischen. Das kann nur funktionieren, wenn der Schüler die Technik des Guru-Yoga beherrscht. Dabei geht es nicht nur um intellektuelles Wissen. Er muss durch Nachdenken und Praktizieren ein Gefühl dafür entwickeln, und inneres Verständnis realisieren. Den Lehrer als Buddha zu sehen, heißt nicht, dass man von der äußeren Wahrnehmung irgendetwas ändern müsste.

Oder anders ausgedrückt: Selbst wenn die Schüler am Anfang noch ganz mit ihrem Ego im Vordergrund zentriert sind und gewohnt sind, dass ihre Kommunikation mit anderen Lebewesen hauptsächlich auf der Vordergrundebene abläuft, bleibt es ihnen bei dieser Art von Praxis nicht erspart, sich klarzumachen, dass der tantrische Lehrer in seiner Eigenschaft als Lehrer NUR HINTERGRUND ist. Alles andere ist seine Manifestation. Es gibt für ihn keine Ego-Zentrierung im Vordergrund. Das versteht man darunter, den Lehrer als Buddha zu sehen.

Warum ist das im Tantra so wichtig? Mit der Bedeutung des Tantra für den westlichen Praktizierenden werde ich mich bei späterer Gelegenheit ausführlich beschäftigen. Für heute nur soviel: Aufgrund seiner Fixierung im Vordergrund ist der Anfänger aus eigener Kraft nicht in der Lage, die konventionelle Erklärung der Realität, die ihm so vertraut ist, auch nur vorübergehend zu verlassen und sich stattdessen einen anderen, weiteren Blickwinkel anzueignen. Alle seine Anstrengungen bleiben unweigerlich im Vordergrund stecken. Selbst wenn er sich selbst überlisten und ein Schlupfloch finden könnte (was er nicht kann), würde er sozusagen desorientiert herumstolpern. Deshalb braucht er vorübergehend „ortskundige Führung“. Jeder kann sich vorstellen, wie sehr eine echte, intensive Praxis dieser Art uns erschüttern kann. Die Grenzen unseres bekannten Ego sollen aufgelöst werden. Um den Mut dazu zu finden, brauchen wir unter anderem ein außerordentlich starkes Vertrauen in irgendeinen Fixpunkt außerhalb von uns selbst – in den Lehrer. Im Zusammenhang mit solchen Vorstellungen erhält die Übung des Guru-Yoga eine dramatische Bedeutung.

Apropos Guru-Yoga: Es sind schon Praktizierende auf den Gedanken verfallen, dass durch zu viele Aktivitäten dieser Art von Seiten der Schüler der Lehrer zu stark belastet werden könnte. Dazu kann ich nur sagen: Keine Sorge, es ist meines Wissens noch nie passiert, dass Schüler einen Lehrer „kaputt praktiziert“ haben – eher das Gegenteil! Es heißt, dass der Lehrer seine Qualitäten immer deutlicher manifestiert, je mehr Vertrauen, Ausdauer und Hingabe die Schüler entwickeln.

In diesem Zusammenhang gleich noch ein Einschub, und zwar ein paar Bemerkungen zu dem Begriff „Root Guru“, tibetisch tsawai lama, im Deutschen oft mit „Hauptlehrer“ übersetzt. Gemäß den Texten bezeichnet dieser Begriff nicht mehr und nicht weniger als denjenigen Lehrer, von dem man direkt Belehrungen erhalten hat – im Gegensatz zu den indirekten Lehrern, also den Lamas der Lehrtradition. Im tibetischen Volksbuddhismus ist die Bedeutung des Begriffes ‚tsawai lama‘ etwas verfälscht und leider so auch in den Westen transportiert worden: Man verwendet diese Bezeichnung nun oft nur für denjenigen unter den eigenen Lehrern, zu dem man die engste Beziehung hat. Das damit verbundene falsche Konzept „Einer ist der Wahre, Größte, Beste“ ist ein Hindernis für die Praxis und für die richtige Zusammenarbeit – und bringt gleichzeitig eine unkorrekte Einstellung den anderen direkten Lehrern gegenüber mit sich. Deshalb sollte der Schüler anstreben, in allen seinen Lehrern den „Root Guru“ zu sehen. Und wenn er das Gefühl hat, daß er von einigen oder einem besonders viel profitiert, sollte er einfach froh darüber sein und versuchen, gemäß den erhaltenen Unterweisungen zu praktizieren – nicht jedoch seine Lehrer in Lamas erster und zweiter Klasse einteilen.

Soviel zu der Art der Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Schüler. Mit den Begriffen Vordergrund, Hintergrund und Spezieller Hintergrund habe ich versucht, die Prozesse unserer Kommunikation mit uns selbst, mit anderen Lebewesen und mit dem Lehrer zu beschreiben. Um zu verdeutlichen, wie ein gemeinsamer Hintergrund zwischen Lehrer und Schüler entstehen kann und was das eigentlich ist, möchte ich jetzt den Blickwinkel etwas verändern und die Ebenen des Bewusstseins direkt betrachten. Wir wollen dabei aber keine Parallelen ziehen, zwischen Vordergrund, Hintergrund und Speziellem Hintergrund einerseits und grobem, feinem und subtilem Bewusstsein andererseits, sonst müsste ich noch einiges dazu sagen, und das würde den Rahmen dieser Erklärungen sprengen. Nur soviel: Es gibt keine starren Grenzen zwischen Vordergrund, Hintergrund und Speziellem Hintergrund – ebenso wenig wie zwischen den Bewusstseinsebenen. Die Grenzen sind fließend, deshalb müssen wir immer daran denken, dass diese Einteilungen nur der Veranschaulichung dienen und nicht zu sehr konkretisiert werden dürfen.

Mit der gebotenen Vorsicht können wir also die äußere, innere und die tiefste Ebene unterscheiden. Die äußere Ebene ist die grobe Form des Bewusstseins, die wir als gewöhnliches Alltagsbewusstsein kennen. Unser gesamtes Wälzen von Konzepten findet dort statt. Die innere Ebene ist feiner, aber für „normale Menschen“ noch erreichbar, während das subtile Bewusstsein der tiefsten Ebene nur während des Sterbeprozesses oder durch außerordentlich intensive Meditation aktiviert wird. Wir wollen nun die mittlere Ebene näher betrachten:

Bei einer funktionierenden, vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Schüler findet auf der mittleren Ebene eine direkte Kommunikation statt – und zwar ungehindert durch Entfernung oder sonstige Umstände, unabhängig von der Bewusstheit des Schülers und ohne äußere Anzeichen. Beide haben einen Austausch, einen gemeinsamen Vorrat an Wissen oder Wollen, Eindrücken und Erinnerungen, möglicherweise über viele Existenzen hinweg. Was man „Segen“ nennt, spielt sich auf dieser Ebene ab, ebenso die Praxis, die sich zum Beispiel auf das Erlangen von Bodhicitta oder Shunyata bezieht. Während der Belehrungen wird diese Ebene direkt angesprochen, aber auch außerhalb der Teachings bleibt der Kontakt bestehen. Deshalb ist für Schüler, die stabil und vertrauensvoll mit dem Lehrer zusammenarbeiten, der ständige persönliche Kontakt nicht mehr so wichtig, wie für die Anfänger. Sie bekommen das, was sie an äußerlicher Unterstützung benötigen, in den formalen Belehrungen und in den allgemeinen Frage- und Antwortstunden. Der Rest spielt sich zum größten Teil auf den feineren Ebene ab. Eine solche Verlagerung des Schwerpunktes ist auch notwendig, sonst könnte ein Lehrer nie mehr als 40 bis 50 Schüler gleichzeitig betreuen. Aus der Geschichte wissen wir aber, dass es Lamas mit vielen Tausenden von Schülern gegeben hat, von denen keiner vernachlässigt worden ist, obwohl die Beziehungen des Lehrers zu den einzelnen Schülern durchaus unterschiedlich war. Es gibt im Westen bei manchen Praktizierenden ein Konzept, nach dem der Lama einsam in der Mitte thronen muss, während die Schüler um ihn herum je eine genau gleich große Portion von seiner Aufmerksamkeit zugeteilt bekommen. Darüber wird eventuell sogar eifersüchtig gewacht. Aber optimale Betreuung muss nicht heißen gleiche Betreuung. Sie variiert je nach Fähigkeiten und Voraussetzungen. Die Verbindung des Lehrers zu jedem einzelnen Schüler ist vollkommen individuell. Es gibt Unterschiede im Persönlichkeitsmuster, in der Art der Kommunikation, in den Möglichkeiten, den Schüler durch die verschiedenen Stadien der Praxis zu führen und in der Zukunft einzusetzen und im Vorrat an Eindrücken und Erinnerungen, eventuell aus mehreren gemeinsamen Existenzen. Die meisten Buddhisten kennen ja Beispiele solcher Beziehungen aus der tibetischen Geschichte: Marpa und Milarepa, Atisha und Dromtönpa, Tongkhapa und Khedrupje … diese Reihe ließe sich noch lange fortsetzen. Jeder der genannten Lamas hat besonders eng mit einem oder einigen Schülern zusammengearbeitet, ohne dass für die anderen dadurch ein Problem entstand. Es ging einfach allen darum, zusammen den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Natürlich gab es auch eine Art von Gleichberechtigung, und zwar während der gemeinsamen Belehrungen, wo jeder Schüler die Chance hatte, die gleiche Intensität der Kommunikation mit dem Lehrer aufzubauen.

Diese Intensität oder die Kommunikation auf der feineren Ebene macht übrigens auch den Unterschied aus zwischen einer echten Belehrung, durch die eine gültige Lehrer-Schüler-Beziehung begründet werden kann, und einem Vortrag über Dharma. Es gibt auch im Tibetischen dafür verschiedene Begriffe. Im Westen ist unter anderem auch viel Verwirrung dadurch entstanden, dass die Begriffe „Belehrung“ oder „Teaching“ auf jede Art von Vortrag angewendet worden sind. Vielleicht wäre es besser, bei diesem Punkt ein wenig mehr zu differenzieren.

Jedenfalls: Die Kommunikation des feinen Bewusstseins von Lehrer und Schüler IST der gemeinsame Hintergrund. Es handelt sich dabei also nicht um eine Sache sondern um einen Prozess, der auf die Realisierung von Buddhaschaft abziehlt und gleichzeitig das Instrument der Realisierung ist. Deshalb gehört die Begegnung in der tantrischen Lehrer-Schüler-Beziehung zu den tiefsten Erfahrungen, die im Rahmen einer menschlichen Existenz gemacht werden können. Die innerste Ebene, nämlich das berühmte subtilste Bewusstsein, ist in diese Vorgänge nur so weit eingeschaltet wie sonst auch im täglichen Leben, nämlich über das ständige Speichern von karmischen Eindrücken. Für uns normale Menschen ist es also eher passiv. Wenn es uns jedoch in der Meditation gelingt, das subtilste Bewusstsein zu aktivieren, sind für diesen Zeitraum alle gröberen Bewusstseinsfunktionen abgeschaltet. Das subtilste Bewusstsein kann dann die Rolle der anderen Schichten mit übernehmen und frei agieren - man wird es natürlich benutzen, um die eigenen meditativen Fähigkeiten zu verstärken und die innere Entwicklung zu beschleunigen. Mit dem Ende der Meditation wird es wieder deaktiviert und nimmt – wie immer – nur noch die karmischen Eindrücke auf, während feines und grobes Bewusstsein wieder arbeiten wie gewohnt.

Aber nun Schluss damit, sonst wird es vielleicht zu kompliziert. Kehren wir zurück zu unserem Alltag und zu unserer Beschäftigung mit dem „Dharma im Westen“. Wir haben gesehen, dass die anfänglichen falschen Konzepte zu einer Menge von Problemen führen können – und dass in Wirklichkeit alles ganz anders abläuft. Was machen wir nun mit diesen Informationen? Schließlich wollen wir, ausgehend von der eigenen Situation, die Probleme lösen und immer mehr eine angemessene Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Schüler entwickeln.

Wie gehen wir am besten vor? Der Lehrer wird versuchen zuerst im Geist des Schülers Platz zu schaffen für etwas Neues. Das ist besonders im Westen wichtig. Unsere Köpfe sind hier schon so voll mit Konzepten, dass es am Anfang gar nicht so sinnvoll ist, gleich noch zusätzliche Informationen über die buddhistische Lehre hineinzustopfen. Die meisten Europäer sind sich dessen auch voll bewusst und wünschen dringend, dass man ihnen eine wortlose Erfahrung von Raum und Lebendigkeit vermittelt, bevor man sie mit neuem intellektuellen Wissen konfrontiert. Sobald etwas Raum und Vertrauen geschaffen ist, beginnt das Widerlegen der falschen Konzepte. Dabei können die Möglichkeiten der direkten und der subtilen Kommunikation, wie oben beschrieben, voll ausgeschöpft werden. Das kann sehr beglückend sein, manchmal aber auch sehr schmerzhaft, erschütternd oder sogar langweilig. So ist es leider. Immer wieder wird es passieren, dass die Zusammenarbeit scheinbar an den Wünschen oder Konzepten des Schülers voll vorbeigeht. Es geht also in der (tantrischen) Lehrer-Schüler-Beziehung leider nicht sehr demokratisch zu. Jeder sollte selbst herausfinden, ob er sich das alles wirklich zumuten will … und warum!

Wenn nun ein Praktizierender trotz allem entschlossen ist, mit einer guten Motivation diesen Weg zu gehen, wird er auch jede benötigte Unterstützung bekommen. Er selbst kann durch seine eigene Achtsamkeit, durch Unbestechlichkeit in Bezug auf eine echte Kommunikation mit dem Lehrer, durch Ausdauer, Mut und Zuversicht eine Art von innerem Klima erzeugen, das positive Veränderungen zulässt. Dadurch wächst in ihm auch die Bereitschaft und die Fähigkeit, die Lehre an sich heran zulassen, sie mit seinem Geist zu verbinden, sie zu realisieren. Aus einer solchen Haltung entsteht spontan dem Lehrer gegenüber, in dem er nun einen Verbündeten sieht, Dankbarkeit und eine tiefe Verehrung, die jedoch nicht an äußere Formen gebunden sein muss. Eine solche vertrauensvolle Zusammenarbeit kann durch nichts erschüttert werden. Sie bringt es auch mit sich, dass unter den verschiedenen Schülern des gleichen Lehrers automatisch eine Atmosphäre von Harmonie, Herzlichkeit und Entspanntheit herrscht. Die Praxis wird dann auch nicht als mechanisch und mühevoll sondern als lebendig, wirksam und inspirierend erlebt. Man merkt, wie das eigene Herz von den Inhalten berührt wird. Über die Monate und Jahre hinweg kann man selbst mitverfolgen, wie sich die Hindernisse mehr und mehr auflösen, wie Klarheit, Einfachheit und Zufriedenheit fast mühelos entstehen. Der Praktizierende gewinnt eine beglückende Gewissheit über sich selbst, sein Potential, seinen Weg und die Zuverlässigkeit der Methoden.

Mit den besten Wünschen, (L.S. Dagyab)

© Choedzong e.V. – mit freundlicher Genehmigung Choedzong e.V.

 

Über den Autor

Seine Eminenz Loden Sherab Dagyab Kyabgön Rinpoche lebt seit 1966 in Deutschland und zählt zu den großen Gelug Meistern der Gegenwart. Er ist der einzige Hothogthu der im Westen lebt und sowohl fest im tibetischen Buddhismus verwurzelt ist, als auch den Hintergrund westlicher Kultur und westllichen Denkens sehr gut kennt. Er gilt zudem als derjenige, der die meisten Übertragungslinien der Gelugpa-Linie, aber auch umfassende Übertragungslinien der Sakya- und Kagyü-Schulen hält. Zur Biografie.

Siehe auch